Startet jedes Jahrhundert mit einer Wirtschaftskrise?

@ VW schließt voraussichtlich das Werk in Wolfsburg für 3 Wochen vom 18.12.2008 bis 11.01.2009. Das wären dann in etwa 9 Kalendertage mehr als die Werksweihnachtsferien 2007/2008.
Porsche will bis zum 31.01.2009 wohl noch 7 produktionsfreie Werktage einlegen.
In Ingolstadt stellt AUDI die Bänder vom 19.12. 2008 bis einschl. 08.01.2009 ab.
Bei Daimler Benz hieß es bis 14.11.2008, dass Kurzarbeit und verlängerte Weihnachtsferien unausweichlich wären.
Bei Opel standen europaweit die Räder vom 20. bis zum 31.10. bereits still. In Bochum u. Eisenach sogar 3 Wochen lang. Aber für Weihnachten und den Jahreswechsel ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.
Nissan stutzt jetzt erst einmal das Marketingbudget (was dann?)
Von Ford und GM brauchen wir gar nicht mehr reden. Ebensowenig von Chrysler. Zu diesen dreien ist bereits alles gesagt und breitgetreten worden.

Die Zulieferer gehen nach wochenlanger Kurzarbeit und etlichen Forderungsausfällen langsam aber sicher in die Knie.
Sogar die Kleinen ächzen. Zum Beispiel werden die 42 Kollegen von Ritz ihre Nippel nicht mehr los
http://www.badische-zeitung.de/efringen-kirchen/die-angst-ist-der-motor-der-krise–7158970.html
oder Geiger streicht die Segel und 740 Mitarbeitern steht das Wasser bis zum Hals
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/autozulieferer-geiger-insolvent;2089005.
Und auch über der Stankiewicz GmbH in Adelheidsdorf und ihren weltweit tätigen 2100 Mitarbeitern ziehen sich ziemlich düstere Wolken zusammen
http://de.reuters.com/article/companiesNews/idDEBEE4AC0KC20081113.

Das ist nur ein ganz kleiner Einblick in unser armes Deutschland.

Aber das Gesetz läßt den GmbHs auch keinen Spielraum.
Egal wer die Karre in den Dreck gefahren hat, egal ob schuldhaft oder als Opfer; die Firma muss vom Geschäftsführer im Falle einer Krise wie Nitroglycerin gehandhabt und erforderlichenfalls in die Insolvenz geführt werden. Ansonsten steht er im Rahmen der Durchgriffshaftung selbst mit Kopf und Kragen gerade und verliert alles, was er nicht rechtzeitig seiner Frau und seinen Kindern überschrieben hat. Auch ist der „Bankrott“ und der Weg zur Staatsanwaltschaft dann unausweichlich.

Was könnte nach der Pleite und dem Ende der Wirtschaftskrise folgen?
Ich spekuliere einmal: Der phoenixhafte Aufstieg aus der Asche!
Die früheren Eigner kaufen das Produktivvermögen vom Konkursverwalter rechtzeitig und vor dem Zugriff anderer Intessanten auf. Kunden und Lieferanten sind ja aus Zeiten vor der Insolvenz noch bestens bekannt, sind über AG-Verbände und sonstige Kontakte als Seelenverwandte immer in Rufweite geblieben und stehen jederzeit für einen lastenfreien Neubeginn bereit.
Ein Neubeginn mit wirtschaftlich äußerst günstigen Rahmenbedingungen.
Keine lästigen Arbeitnehmer mit langfristigen Verträgen, widrigen Ansprüchen und aufdringlichen AN-Vertretern lungern mehr in den Werkshallen herum. Statt dessen durch Hunger und Angst vor Armut motivierte, arbeitswillige und leistungsbereite Leiharbeiter. Die von der ARGE zu jeder Arbeits- und Lohnausbeutung bereitgestellt worden sind.
Wo sollen Sie denn sonst auch hin?
Sie haben nichts auf der hohen Kante. Sind durch die Familie gebunden und durchs eigene Häusle und ihre Bank zum Gehorsam gezwungen. Sie haben nur diesen Job gelernt und sind froh, wenn sie sich nicht umstellen müssen.

Der zügellose Kapitalismus hat die Welt ruiniert und er wird sie mit gebremstem Schaum auch in blühende Landschaften zurück verwandeln.
Und damit auch den Kurs meiner Aktien wieder in die Höhe ziehen.

Vielleicht blühen die Landschaften für den Einen etwas mehr als für den Andern;  ganz sicher hängen die Blüten zukünftig höher und sehen etwas anders aus.
Aber so ist das mit der Evolution.
Wenn nicht gerade ein riesiger Gesteinsbrocken auf der Erde einschlägt und alles ausradiert gewinnen am Ende immer die Starken, Großen und Flexiblen.

So läuft der Hase schon seit zigtausend Jahren.
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