Ich will auch ein Krisengewinnler sein.

Ich habe mir so überlegt, die Investmentbanker haben für ihre Aktionäre Geld doch auch damit verdient, dass sie Aktien aus ihrem Portfolio teuer in den Markt gebracht haben, diese dann für einen festen Zeitraum gegen einen vielversprechenden Zinssatz wieder in  Verwahrung nahmen und damit fröhlich drauf los spekulierten; sie sogar sofort wieder zu Geld machte und sogar  einfach ein weiteres Mal, diesmal an andere Kunden weiter verkloppten.  Nicht als Zertifikat, sondern als Termingeschäft, wobei die Bank auf fallende Kurse setzt und darauf vertraut, dass der Kurs in spätestens einem Jahr niedriger ist als heute. Das System lautet: „Aus nix Geld machen!“ (Teuer verkaufen, billig wieder einkaufen. Also so, wie ich es bei der Telekom-Aktie erlebt habe).

Na, dachte ich mir gestern, das kannst du doch auch. So schwer kann das doch gar nicht sein.
Die Chancen für den Einstieg in das Aktiengeschäft und einen attraktiven Start sind im Moment ungemein günstig. Top-Anlageadressen zu Schnäppchenpreisen.
Und im Moment fallen mir die Kurst doch geradezu in den Schoß.
Die Steuerzahler aller Länder lassen gerade wie die Verrückten ihr Geld durch ihre Regierungen auf die Straße werfen.  Alles, so scheint es mir,  offenbar nur,  um zu verhindern, dass ich noch preiswerter einkaufe.
Aber die harte Realität ist so, dass die „schwarzen Löcher“, in denen dieses Geld gerade verschwindet, „bodenlos“ sind.
Ich bin aber sicher, Geldgeschäfte machen auf jeden Fall zufrieden. Denn , wenn ich mir den Herrn Josef Ackermann ansehe, der grinst immer so fröhlich in alle Kameras, die Ihr Objektiv auf ihn richten und vor meinem inneren Auge taucht, auf immer mit seinem Gesicht verbunden,  das „Victory-Zeichen“ auf, wenn er mir so vertraut zublinzelt. Ich denke mir, das kommt daher, dass Geld doch glücklich macht.
Ich lockerte also meine Finger und googelte mich in die Geldseiten des Netzes. Was wohl die Bank macht, die für die Fröhlichkeit des Herrn Ackermann Anlass bietet und ihm für sein Vergnügen auch noch 11 Millionen im Jahr hinblättert.
Ich hatte gehört, dass der Kurs vor einigen Wochen bei einem günstigen Stückpreis von 72,00 Euro gelegen haben soll. Gegenüber November 2007 hatte er damit schon ein Kursverlust von etwas mehr als 20,00 Euro vorgelegt und schien mir für mein Vorhaben langsam attraktiv zu werden.
Zumal ich vorgestern wieder Herrn Ackermann im TV sah und er lächelte mir erneut zu. Offenbar schien er sehr zuversichtlich, dass sich der Kurs weiter in meine erhoffte Tendenz entwickeln würde.
Ja, auf ihn ist Verlass. Wie er mich aber auch immer so strahlend anschaut. Er ist wirklich allerliebst, dieser Josef.
Ich dachte, wenn er mich schon ermuntert, schau doch gleich mal nach dem aktuellen Aktienkurs.
Mich rührte der Donner! Er ist auf schlappe 40,00 Euro abgesackt.
Ich muss mich bei JA für sein entzückendes Augenzwinkern bedanken. Ein guter Tipp!!
Aber ich lese auch, dass die Aktie insgesamt als hochriskant eingestuft worden ist und die Kursaussichten auf weitere Verluste hindeuten.
Josef, Josef, das finde ich nun aber gar mehr drollig.
Hochriskant?
Du weißt doch, dass ich nicht spekulieren und am Elend anderer verdienen will (jedenfalls nicht offiziell).
Ich wollte doch immer eine konservative Anlage ohne Risiko (jedenfalls für die Anderen und den Fall, dass es schief geht und ich eine Ausrede brauche). 
Also so eine Anlage, bei der der Gewinn sozusagen 101%ig garantiert ist (so eine, wie ihr Banker sie am liebsten für euch behaltet).
Ich bin doch keine Zockerin (Nein, Zocker nehmen Verluste in Kauf).
Kann ich mich nicht einmal mehr auf deine schönen Augen verlassen?
Bin ich für dich vielleicht auch nur ein „Peanuts“!
Du, du!
Also ich verlass mich auf dich. Wenn du das nächste Mal in eine Kamera schaust (von vorn), dann blinzelst du bitte nur dann 2x mit dem rechten Auge, wenn es noch weiter abwärts geht und du setzt deine „Lächelmaske“ auf, wenn du mir signalisieren willst, dass ich mich auf dich verlassen und jetzt kaufen kann.
OK?
Ich weiß du verstehst mich.
Ich will doch mit meiner Aktienanlage nur etwas Stabilität in den Markt bringen und ein Zeichen des Vertrauens auf danach hemmungslos steigende Kurse setzen.
Das soll ich doch, sagt alle Welt.
Ich soll Vertrauen haben.
Hab ich, Josef, das hab ich!

Deine Ella
Ich warte auf ein Zeichen

ps.: Zu gern würde ich ja sehen, dass die Bank verstaatlicht würde. Dann würde Josef mir ganz gehören.

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Über Ella

Ich bin Ella (inzwischen ziemlich über die 50), lebe auch in unserer BRD, sehe Geschehen u. Dinge oft anders u. habe ständig was zu sagen. ER hat gesagt, ich soll’s lieber schreiben, als dauernd auf ihn einzureden. Wenn Ihr zukünftig auf „unsereBRD“ meinen Stuhl seht, dann wisset, dass ich was mitzuteilen habe.
Neuerdings nutzt unser erwachsener Sohn ebenfalls meinen Blog-Zugang u. tippt hin und wieder etwas in die Welt.

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