1 Billion für die und 4,95 für uns!

Lieber Otto Normal, ich habe mir gerade wieder mal das Kissen in die Fensterbank gelegt und schaue raus.
Da geht doch gerade dieser Mr. Kline vorbei. Der, der mit der blonden Frau von dieser amerikanischen Bank – wie heißt die noch mal – verheiratet ist.
Dabei fällt mir ein.
Otto! Das muss ich mal loswerden.

Der US-Präsident bringt gerade 700 Milliarden $ des amerikanischen Volkes in die Wallstreet zu den Pleitebanken, um faule Kreditverträge aufzukaufen, die zwischen den patriotischen US-Bürgern und der Geldverleih-Industrie auf Grund zu hoch beliehener Grundstücke für Konsumentenkredite entstanden sind.
Bei einer Staatsverschuldung von 10 Billionen Dollar sind solche Beträge doch nun wirklich peanuts.

Der offenbar an einem Amts-Missverständnis leidende EU-Ministerpräsident auf  Abruf  Monsieur Sarkozy will diesem munteren Lebe-Volk zusätzlich noch mal rund 500 Milliarden $ aus dem EU-Topf rüberschieben (Für die vor Durst krepierenden Beduinen in Mittelafrika oder die hungernden Ausreißer aus dem verdörrenden Kontinent hat er allerdings nicht so viel oder besser nichts übrig. Aber nur mit der Ruhe, die auf Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit basierende französische Republik ist gerecht. Denn den aus ehemaligen Nordafrika-Kolonien stammenden algerischen Slumbewohnern in Paris geht es auch nicht so rosig).

Unser SPD-Finanzminister hat gerade im ausdrücklichen Auftrag  des gesamten deutschen Volkes  (ohne dieses durch eine unnütze Volksbefragung mit Sachthemen wie „Geld, EURO, Dollar, Gerechtigkeit, Betrug“  zu langweilen) peer Gesamtbürgschaft zu Gunsten der Real Estate – auch so eine Investmentbank aus den USA – rund 50 Milliarden EURO zugesagt. Er muss ja – wie schon in den letzten Monaten – den Finanzplatz Deutschland retten, der Gute. Denn wo kämen wir denn hin, wenn die Hedge-Fonts, die durch die rot-grüne-Regierung unter Schröder/Fischer gerade erst hoffähig gemacht worden sind,  uns jetzt schon wieder meiden würden.
Das sähe ja so aus, als wäre bei uns nix mehr zu holen.
Was soll der Rest der Welt von uns denken?

Unsere weniger wichtigen Politiker (auch der  nichtsahnende bayerische Herr Huber) haben bislang in unsere maroden Landesbanken auch bereits etwa  20 Milliarden reingepumpt – allein die IKB hat davon wohl knapp 10 Milliarden gekostet. Offenbar ohne Erfolg, wie mir’s scheint. Angefangen hat,  glaube ich,  alles mit diesem Milbradt und seiner Sachsen-LB, die er ja unter seiner Fuchtel hatte.

Wir können hier vor lauter Nullen, die um uns herum sind,  gar nicht mehr klar denken und uns schon nicht mehr alles merken. Jeden Tag treten hier neue Nullen auf oder fliegen uns um die Ohren.

Doch es wird licht und alles wird strahlen, denn die ausgleichende Gerechtigkeit lässt uns nicht im Stich und ist auf dem Weg zu uns. 
Nicht direkt und geradlinig. Aber man hört, sie kommt immer näher.
Ja sie ist ja eigentlich blind, also sozusagen „vollblind“ (das soll nur keiner wissen) und sie hat auch nur eine Hand frei. In der anderen klammert sie sich ja seit Urzeiten an diese verflixte Waage. Scheint schon festgewachsen zu sein, dieses unmoderne und ungenaue Teil.
Wird sich wohl mal wieder verlaufen haben das Dummerchen oder ist wie schon öfter mit fremden Leuten einfach mitgegangen, um sich dann von denen nach Herzenslust zurechtbiegen zu lassen.
Ja, ja, ich weiß, etwas einfältig – besser  ausgedrückt, schwer von Begriff – ist sie auch. Aber was solls, wir haben nur diese eine.

Sie hat diesmal einen echten Kracher für den stets nach Gerechtigkeit hungernden Verbraucherschutz des gemeinen Volks bei sich.
Wir lassen nämlich nicht alles mit uns machen.
Nein, jetzt ist sie da und jetzt ist Schluss mit der erbärmlichen Ausbeutung. Wir schlagen zurück..

In Kürze befasst sich nämlich der EU-Gerichtshof nicht etwa mit den Typen, die das mit den Milliarden und ähnlich Schlimmes in unseren 27 Staaten verbrochen haben (z.B. Veruntreuung und Zweckentfremdung von EU-Wiederaufgeldern nach dem Brand in Griechenland).
Nein, mit solchen Randerscheinungen der Politik und derartigen Kleinigkeiten kann sich der EU-Gerichtshof nicht befassen.
Unsere höchsten Richter für 27 Staaten haben Grausameres im Blick, sie denken darüber nach, ob es richtig sei, dass ein Versandhändler, also son Onlineshop-Betreiber oder Katalog-Versender, dem ein Kunde die zugeschickten Artikel wieder zurückgesandt hat, diesem Kunden nun auch die 4,95 Euro Porto erstatten muss, die das erste Hinsenden zum Kunden gekostet hat.

Das nenne ich volksnahe Gerechtigkeit.
Das muss ich ihr lassen, dieses blinden Huhn findet manchmal tatsächlich ein Körnchen.
Und dann bringt sie es uns auch noch.
Und ist sie nicht lieb und selbstlos? Schau nur Otto!
Ich glaub sie lächelt uns aus.

Das muss ich euch noch sagen ...

Eure Ella

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Über Ella

Ich bin Ella (inzwischen ziemlich über die 50), lebe auch in unserer BRD, sehe Geschehen u. Dinge oft anders u. habe ständig was zu sagen. ER hat gesagt, ich soll's lieber schreiben, als dauernd auf ihn einzureden. Wenn Ihr zukünftig auf "unsereBRD" meinen Stuhl seht, dann wisset, dass ich was mitzuteilen habe. Neuerdings nutzt unser erwachsener Sohn ebenfalls meinen Blog-Zugang u. tippt hin und wieder etwas in die Welt.

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