Michael Glos macht sich über uns Sorgen

Das Statistische Bundesamt legt erste detaillierte Ergebnisse zum Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal 2008 vor und schreibt:

Mit den heute vorgelegten detaillierten Ergebnissen zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal bestätigt das Statistische Bundesamt den bereits mit der Schnellmeldung vom 14. August gemeldeten preis-, kalender- und saisonbereinigten Rückgang des Bundesinlandsprodukt (BIP) um -0,5 Prozent gegenüber dem ersten Quartal. Im Vorjahresvergleich legte es kalenderbereinigt um real 1,7 Prozent zu.

Als Gegenreaktion zur witterungsbedingt überaus lebhaften Bautätigkeit im ersten Quartal nahmen die Bauinvestitionen erwartungsgemäß am stärksten ab, sind aber gegenüber dem Vorjahresquartal noch immer gewachsen. Dies gilt auch für die Ausrüstungsinvestitionen. Die privaten Konsumausgaben gingen im zweiten Quartal zum dritten Mal in Folge zurück und stagnierten im Vergleich zu Vorjahresquartal. Anders als noch im ersten Quartal hat ein positiver Außenbeitrag stabilisierend gewirkt.

Der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Michael Glos:
„Der Wachstumsrückgang im zweiten Quartal zeigt, dass die Konjunktur in Deutschland derzeit einem ernsten internationalen Belastungstest ausgesetzt ist, der andauern wird. Mut macht, dass trotz allem im Halbjahresvergleich ein ordentliches Ergebnis erreicht werden konnte – was einmal mehr für eine deutlich gestärkte strukturelle Widerstandfähigkeit der deutschen Wirtschaft spricht.

Achillesferse bleiben allerdings die privaten Konsumausgaben, die auch im zweiten Quartal weiter zurückgingen. Umso mehr muss es jetzt darum gehen, die Zuversicht und das Zukunftsvertrauen der Verbraucher zu stärken. Eine wirtschaftspolitische Strategie, die glaubwürdig auf mehr Beschäftigung, auf Preisstabilität und auf eine nachhaltige Steuer- und Abgabenentlastung der Bürgerinnen und Bürger setzt, ist der Schlüssel, um den Aufschwung zurück zu gewinnen. Die rascher als erwartet voran kommende Gesundung der öffentlichen Finanzen eröffnet dafür zunehmend Spielräume.“

:cool: Wenn jeder 4. Arbeitsplatz inzwischen durch einen „Zeitarbeiter“ besetzt wird und etwa 2 Millionen Arbeitnehmer trotz Jobs (Mehrzahl) nicht ohne Zuschuss aus dem Hartz4-Topf über die Runden kommen, dann drückt das natürlich auf die Stimmung der Betroffenen. Obwohl diese sinds ja gar nicht, die Glos meint. Denn diese verhalten sich regierungskonform und geben 100%ig alles wieder restlos aus.

Es sind – wie immer – die Anderen!
Es sind die, die noch nicht regierungskonmform sind!

Ja es gibt sie, die Ängstlichen, die noch einen guten Job (z.B. bei einer gerade verkauften Bank) haben, aber auch die Hosen gestrichen voll. Denn bald ist 2011 und spätestens dann fällt auch in diesem aktuellen Fusionsfall der heute vage zugesagte Kündigungsschutz. Und was dann?
Was, wenn der Arbeitsplatz bereits vorher in ein Callcenter verlegt wird und der als Ersatz angebotene (siehe Telekommunikationsbranche) etwa 100 km entfernt oder gleich in einem Tigerstaat liegt?
Da werden die heute noch in Lohn und Brot stehenden Arbeitnehmer wohl zu Recht vorsichtig.
Denn warum auf die Zusage eines gütigen Shareholder-Arbeitgebers verlassen, wenn doch die Politiker – für die Rahmenbedingungen in unserem Lande zuständig – es allen vormachen und vor der Wahl etwas anderes sagen dürfen, als sie es nach der Wahl in einer Koalition machen werden (Müntefering).
Fusion = Koalition.

Alle BIP-Parameter nahmen zu oder verhielten sich wenigstens ordentlich. Bloß Achilles, der immer lahmende und sich die von den Tritten in die Hacken verletzte Ferse haltende private Konsument, der hat mal wieder enttäuscht und nicht die Ziellinie erreicht.
Deutschland ist eben nicht Weltmeister und wir Konsumenten sind offenbar nicht so richtig Deutschland.

Solange der schlichte Bürger sich immer noch fragt, was sein Land für ihn tun kann, statt aus eigenem Antrieb, unaufgefordert alles für seine BRD zu geben, wird sich wohl nix ändern.

Doch haben wir Geduld und warten noch ein wenig. Rettung naht.
In Hessen stellt sich gerade eine Farlance auf, die es in sich hat. die den Bundesrat blockieren und das Ruder um 180 Grad herumreißen will.  Wie aus einer niemals versiegenden Fontäne sprudeln da die wohlfeilen Verheißungen für die, die fürchten, alles zu verlieren und die, die schon alles weggegeben haben und in bester Evolution hin zum Wanderarbeiter sind – dem modernen Beduinen auf der Suche nach dem Land in welchem Milch und Honig fließen :cool:

Kennen Sie den?
La Fontaine, Jean de.
Medienshop2000 schreibt über ihn:  Sämtliche Fabeln, Französisch und Deutsch, Gebunden, Ein Meisterwerk der Weltliteratur und Grundpfeiler jeder Bibliothek

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