Geht es der West-LB an den Kragen oder wieder uns?

:cool: Vor nicht allzu langer Zeit hieß es, dass die Sanierung der NRW-West-LB durch die Eigentümer (insbesondere den Steuerzahler) erfolgreich abgeschlossen sei. Die KfW ließ verlauten, dass nicht einmal Personal abgebaut werden müsse – obwohl gerade hier vergleichsweise hohe Gehälter gezahlt würden.
Was sagt uns dann dieser Bericht des Manager-Magazins?

Ausverkauf im Wertpapiergeschäft

Kann sich eigentlich jemand vorstellen, dass eine Bank in der Vergangenheit mal  eben so nebenher „eher unbedeutende Wertpapiere“ in Höhe von 20 Milliarden Euro zusammengekauft hat, obwohl diese mit dem grundsätzlichen Geschäftsziel der West-LB gar nichts zu tun hatten?
Versteh ich das etwa richtig?
Eben hat diese West-LB noch 1,6 Milliarden der Steuerzahler mit US-Finanzanlagen brutal verzockt, wäre daran fast pleite gegangen und jetzt tauchen auf einmal Wertpapiere im 12-fachen Wert auf, die in den kommenden 3 Jahren – von eben diesen Finanzstrategen, die den Laden schon einmal an die Wand gekarrt haben – zum EK wieder verschruppt werden sollen.
Wie beruhigend, die EU-Kommission verlangt doch tatsächlich zufällig (!!) zeitgleich, dass auch Mitarbeiter abgebaut werden müssen.
Zum Verständnis: „Mitarbeiter“ heißt in der BRD immer Arbeitnehmer.

Wenn ich das 1×1 des Bankgewerbes bislang richtig verstanden habe, so hat dies doch eigentlich immer mit Geld und Zinsen zu tun. Brachliegendes Kapital darf es in einer Bank nicht geben, da der entgangene Zinsgewinn quasi ein Verlust ist (zumindest in Höhe der laufenden Inflation). Die Banker können  uns ruhig zutrauen, dass wir das kapieren – denn unsere Rentner und Sparbuchbesitzer leben ja schon seit Jahren mit dieser Erfahrung.
Also sind die 20 Milliarden Wertpapiere, die nun zum EK – d.h. ohne Kurs-/Zinsgewinn – unters Volk (Heuschrecken?) gebracht werden sollen doch schon wieder ein Milliardenverlust, den die schweigende Gemeinschaft der Steuerzahler gleichgültig zu tragen hat.
Zusätzlich kommen auf uns Steuerzahler noch die laufenden + Langzeitkosten zu, die durch den Abbau von Arbeitsplätzen entstehen werden.

Mir wird ganz schlecht!
Da hat doch schon wieder jemand eine riesige Verlustkeule hinter seinem Rücken versteckt, während er nach vorn leutselige Sprüche ablässt.

Also gut, jetzt hat also die EU Schuld. Ist für uns doch vollkommen klar! Bei der West-LB hatte sowieso noch niemals irgendjemand irgendeine  Schuld auf sich geladen. Das waren immer schon immer die Anderen und das wird auch immer so bleiben.
Könnte man diese 20.000.000.000 Euro Wertpapiere nicht mit einem 10%-igen Aufschlag ca. 2.000.000.000 versehen – das ist weit unter dem Zinssatz, den man für ein überzogenes Konto zu zahlen hat, daher zumutbar, nicht ansatzweise sittenwidrig oder gierig. Damit könnten die Banker versuchen den Verlust wieder wettzumachen, den sie dem Steuerzahler zugemutet haben. Ganz nebenher wäre es dadurch evtl. sogar möglich die wohldotierten Arbeitsplätze der Mitarbeiter zu retten und deren wichtige Kaufkraft für unser aller Konjunktur zu erhalten?

Oder haben die Banker neben den US-Immobilien womöglich noch weiteren Schrott eingekauft, den Sie nun zu „unwichtigem Nebenbeigeschäft“ erklären, um ihn auf diese Weise vor aller Augen elegant und unauffällig loszuwerden?
Ehe diese auch „krachen gehen“ und der Insolvenzverwalter erneut an die Tür pocht!?
Ich fürchte sehr, dass es genau das ist.
Ich möchte zum Ende meiner Gedanken dem „schweigenden Steuerzahler“ wünschen, dass er noch eine Regierung erlebt, die in ihrer Gesamtheit aus hoch besoldeten, wirklichen Fachleuten besteht, welche ihre Arbeit verstehen, diese ohne Immunität tun und ernst nehmen.
Was da derzeit in Berlin zusammensitzt hat nichts davon. Nicht einen spürbaren Hauch! Es handelt sich überwiegend um „kanzleilose“ Juristen und freigestellte Leute aus staatlichen Verwaltungen!
Und gerade DIE sind es doch, die von Wirtschaft und Finanzen nun gar keine Ahnung haben. Oder stimmt es etwa nicht, dass wir von Konzernen und Großkapital regiert werden?
Oder anders ausgedrückt: Unsere Volksvertreter regieren uns und werden dabei vom Kapital gesteuert.
Vielleicht spielt in manchen Fällen ja auch die Aussicht auf einen Job eine Rolle, der nach der Politikerkarriere für’s Essen auf dem Tisch sorgt?
Im Moment fällt mir zwar keiner ein, der in dieses Schema passt.
So etwas soll es aber bereits gegeben haben.  Aber hier bei uns?  Sicherlich nicht, doch wohl eher in irgendeinem dieser afrikanischen Operettenstaaten.
Bei uns sollte das ja ganz unwahrlich sein. Schon rein charakterlich wäre das mit unseren Politikern auch gar nicht zu machen, die sind da ganz anders.
An unserem Politikerwesen könnte bestimmt so manch anderer Staat genesen.
Wo habe ich diesen Einfall bloß schon wieder her?
Was ist also falsch daran, dass wir die besten Fachleute aus der Wirtschaft abwerben und für uns arbeiten lassen?
Die Anwälte könnten sich dann weiter ihrem Geschäft widmen, Autounfälle verhandeln, sich als Verbraucherschützer fühlen und Verstöße gegen das Marken- und Urheberrecht abmahnen, bis es niemand mehr wagt sich selbstständig zu machen  oder uns effektiv bei der Kontrolle unserer Fachleute zu unterstützen.
Wär das nichts? :cool:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

:D :-) :( :o 8O :? 8) :lol: :x :P :oops: :cry: :evil: :twisted: :roll: :wink: :!: :?: :idea: :arrow: :| :mrgreen: