Reisen zu festen Katalogpreisen? Wo bleibt da das Kribbeln?

:cool: Wenn ich meine Urlaubsreise über Telefon oder Internet buche, habe ich kein Widerrufsrecht. Na gut, das Ärgernis kenne ich ja schon.
Aber nun möchte der Reiseveranstalter mir zukünftig in seinen Katalogen gar kein verbindliches Angebot mehr abgeben, sondern lediglich mit Richtpreisen arbeiten. Also unverbindlichen Preisangaben. Die Preisangabeverpflichtung will die Bundesjustizministerin womöglich auf Druck der Reiseanbieter und gegen bestehende EU-Vorgaben zum Nachteil der Verbraucher ändern. Die Reisebranche argumentiert, dass sie es mit täglich veränderten Konditionen zu tun hat.
Das mit den sich täglich ändernden Preisen kennen wir doch.
Wann immer die „öffentliche Hand“ einen Bauauftrag vergeben hat, ändern sich die Baukosten schneller nach oben, als beim Tageskalender die Kalenderblätter abgerissen werden. Keiner regt sich darüber mehr auf. Wir wissen alle, das dicke Ende kommt zum Schluss.
Es sollte also vollkommen ausreichen, dass der Arbeitnehmer für die nächsten Jahre mit festen Maximal-Einkünften kalkulieren muss. Dieses System hat sich über Jahrzehnte bewährt. Das heißt doch noch lange nicht, dass es zukünftig auch für Industrie und Handel gelten muss.
Ja, wo leben wir denn, zwischen Anbieter und Verbraucher besteht doch wohl noch ein Unterschied, den es bitte zu achten und zu wahren gibt. Wir sehen ja wohin das führt, wenn der Urlauber sich nach den Katalogpreisen richten kann. Jeder Franzl wird heutzutage zum Frühbucher (mit Rreiserücktrittrechten und -versicherungen) und reist sorgenlos durch die Welt. Egal was zwischen Buchung und Reisetag passiert.  
Nee!  Soll doch der geizig-geile Urlauber dann am Zielort seiner Begierde von der örtlichen Reisevertretung ordentlich zur Ader gelassen werden und kräftig nachzahlen. Er kann sich doch frei entscheiden. Zahlen oder er pennt auf der Parkbank. Geht doch!

Warum gibt es eigentlich keine Reisebörse, wo Urlaubsreisen gegen Kundengebot „versteigert“ werden? Da kann doch auch der Urlauber seinen bereits erworbenen Urlaubsanspruch gegen Höchstgebot wieder auf den Markt werfen und mal schauen, was der Interessent alles von ihm für Garantien haben will. Da wird er aber nicht schlecht staunen.
 
Ich bin strikt dafür, dass der Abenteueranteil am Urlaub erhöht wird und die Preise direkt vor Ort tagesaktuell mit dem Hotelier ausgehandelt werden. Ist das Hotel überbucht, dann sieht es eben schlecht aus und der Urlauber ist auf seine Sprachkenntnisse und die Deutschfreundlichkeit der Bewohner seines Urlaubslandes angewiesen. Ist niemand an dem Hotel seiner Wahl interessiert, dann allerdings hat der Urlauber das Zepter in der Hand und kann direkt am Platz seine Marktmacht ausspielen.
Das war zu Zeiten, als Goethe mit der Kutsche durch die Lande zockelte auch nicht anders. Und was hat er uns für schöne Reiseberichte über Werthers Urlaubsreisen abgeliefert.
Oder denken wir mal an die spannenden Berichte eines Herrn Karl May. Ja das waren noch Reisen.
 Im mobilen Winnetou-Hotel gab es weder fliesend Wasser noch Schränke, keine kakerlakenfreien Betten und auch kein Frühstücksbüffet. Da wurde auf dem Boden geratzt und sich morgens statt zu waschen die Brust gekratzt. Dann ab in den Wald einen Bären zum Frühstück jagen, gekackt wurde hinter einem Busch (jedesmal hinter einen anderen, damit alle was davon hatten)  und nach dem Abendessen wurde als happy our  zur happy hour ein bisschen gemartet.
Und ….. gab’s Klagen?

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