Gewinnwarnung bei BMW kostet mindestens 8500 Jobs

Die Meldung, die mich heute aufschreckte: „Der Aktienkurs von BMW macht den Aktionären Sorgen und es gibt eine Gewinnwarnung“.
Und ein Blick zu Reuters-Deutschland zeigt den Grund:
Auf der Jagd nach höheren Gewinnmargen streicht der BMW-Konzern mindestens 8100 Stellen. In Deutschland seien 5000 Zeitarbeiter und 2500 fest angestellte Beschäftigte betroffen, teilte Personalvorstand Ernst Baumann am Mittwoch in München mit. Im Ausland fallen demnach 600 Jobs weg. Bleibt der Dollar nachhaltig schwach, könnten laut Baumann weitere Stellenstreichungen folgen. BMW beschäftigt insgesamt knapp 108.000 Mitarbeiter, davon 80.000 in Deutschland.

@ Schuld ist der schwache Dollar.
Kaum meldet die Börse, dass der US-Bürger jetzt 1,50 Dollar für 1 Euro berappen muss, da flattern die Gewinnwarnungen herein. Allen ist nur noch die Rendite wichti
g – nichts anderes zählt mehr.  Aber ist das was Außergewöhnliches? JEDER jagt dem schnellen Geld nach. Nicht umsonst legen sogenannte und meist selbsternannte Wirtschaftsberater und Finanzdienstleister Jahr für Jahr immer wieder normale Bürger mit hohen Zinsversprechen rein. Etliche Otto Normalos lösen dafür mit glitzernden Augen und gegen jeden Rat Sparbücher auf, kündigen verlustreich ihre Lebensversicherungen, opfern die Aussteuer ihrer Kinder oder beleihen sogar ihre Häuser. Handeln plötzlich und unerwartet wie Volltrunkene (mir fielen in 1 Sekunde mindestens 1 Dutzend andere Begriffe ein). Aktionäre ticken anders und sind da klarer im Kopf. Eine der Folgen dieser Sucht nach hohen Zinsgewinnen und Dividenden  ist stets die Reduzierung der Personalkosten und das heißt immer Jobbau im Stammpersonal und flexible Neueinstellung von Zeitarbeitern.

Ich möchte nicht wissen, wieviel Telekom-Aktionäre zu Hause darauf hoffen, dass íhre teuer erworbenen Aktien mal wieder in die Nähe des früheren Wertes gelangen. Die meckern zwar öffentlich über jeden verlorenen Arbeitsplatz, im Stillen sind aber auch sie bereits mit dem Virus des kalten Kapitalismus infiziert und würden für Ihr Depot und ihren Gewinn selbst ohne zu zucken über Leichen gehen.
Es kommt wohl immer drauf an, aus welcher Sicht man die Angelegenheit beleuchtet.
Bei Fragen zur Zeitarbeit könnte der Bericht des Focus vom 14.06.2007 weiterhelfen.

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